Sie wollen den Frieden nicht
Putin signalisiert Gespräche – Berlin nennt es „Scheinangebot", Pistorius „Täuschungsmanöver". Wer so reagiert, will keinen Frieden.
von Axel Fersen
Es gibt einen Moment in der jüngsten Geschichte dieses Krieges, der das ganze diplomatische Versagen Europas in einem einzigen Reflex zusammenfasst. Am Abend des 9. Mai 2026, wenige Stunden nach der Siegesparade in Moskau, sagte Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz, der Krieg neige sich „dem Ende zu“, und brachte den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Gesprächspartner von europäischer Seite ins Spiel. Putin fügte hinzu: „Aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar.“[1]
Innerhalb von Stunden lag die Antwort aus Berlin vor: ein „Scheinangebot“, Teil einer „hybriden Strategie Russlands“, hieß es aus Regierungskreisen.[2] EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas folgte am Tag darauf in Brüssel: Es sei „nicht klug“, Russland das Recht einzuräumen, einen Verhandlungsführer zu benennen.[3] Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reiste am 11. Mai unangekündigt nach Kiew und kanzelte Putins Aussage als „mögliches Täuschungsmanöver“ ab.[4] Bundeskanzler Friedrich Merz hatte beim Karlspreis in Aachen erklärt: „Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders.“[5]
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Halten wir kurz inne. Vier Jahre. Über eine Million Tote und Verletzte auf beiden Seiten. Und dann signalisiert der russische Präsident – erstmals seit Langem öffentlich – Gesprächsbereitschaft mit Europa, schlägt sogar konkret einen Namen vor; und die Bundesregierung antwortet im Stundentakt mit Spott. Der Vorschlag mag taktisch motiviert sein, der vorgeschlagene Vermittler persönlich angreifbar – aber die Frage, ob hier ein Verhandlungskanal geöffnet werden könnte, wurde nicht einmal ernsthaft gestellt.
Die These lautet: Friedrich Merz, Johann Wadephul, Boris Pistorius, Kaja Kallas, Ursula von der Leyen, Mark Rutte, Emmanuel Macron, Keir Starmer und der gesamte europäische Sicherheitsapparat haben den Krieg nicht beendet, weil sie ihn an entscheidenden Punkten nicht beenden wollen. Sie haben das diplomatische Feld den USA überlassen, beklagen öffentlich ihren Ausschluss – und schmettern zugleich jedes russische Signal mit derselben automatischen Vokabel ab: „Trick“, „Täuschung“, „Scheinangebot“, „Demütigung“. Wer so reagiert, hat sich gegen den Frieden entschieden.
1. Die Signale, die es gab – und die nicht gehört werden sollten
Das herrschende Narrativ in Berlin und Brüssel lautet seit Monaten: „Russland zeigt keinerlei Verhandlungsbereitschaft.“ Wadephul wiederholt die Formel im Mantra-Stil: „Putin zeigt trotz unzähliger diplomatischer Bemühungen weiterhin keinerlei ernsthafte Verhandlungsbereitschaft.“[6] Kallas erklärt seit Mai 2025, Russland habe „kein wirkliches Interesse an Frieden“.[7] Pistorius nennt jedes russische Reden über Verhandlungen ein „Täuschungsmanöver“.
Halten wir dem die Faktenlage entgegen.
Im November 2025 erklärte Putin öffentlich, er sei bereit, einen Verzicht auf einen Angriff gegen Europa schriftlich festzuhalten, und bezeichnete Behauptungen über russische Angriffspläne als „völligen Blödsinn“.[8]
Am 28. Oktober 2025 bot Außenminister Sergej Lawrow auf der Konferenz für Eurasische Sicherheit in Minsk eine vertragliche Nichtangriffsgarantie gegenüber NATO- und EU-Staaten an.[9]
Am 1. Dezember 2025 warf Putin nach dem Moskauer Treffen mit den US-Sondergesandten Witkoff und Kushner europäischen Regierungen vor, sie sabotierten Friedensbemühungen.[10]
Im April und Mai 2026 stimmte Russland Verhandlungsrunden in Abu Dhabi und der Schweiz zu, vereinbarte mit den USA eine dreitägige Waffenruhe vom 8. bis 11. Mai.[11]
Am 9. Mai 2026: die Schröder-Eröffnung.
Man muss diese Signale weder schön finden noch annehmen, dass sie ohne Risiko zu testen wären. Man muss nur eines tun: sie als das anerkennen, was sie sind – diplomatische Eröffnungen, die getestet werden können, ohne dass man dafür ein Gramm Souveränität opfert. Das geschieht nicht. Was geschieht, ist die mechanische, augenblickliche Disqualifikation jedes Signals. Das ist keine Außenpolitik. Das ist ein Reflex.
2. Die Tautologie der Friedensverweigerung
Wadephul sagte im Interview mit dem RND: „Wer verhandeln will, bombardiert nicht erbarmungslos weiter.“ Moralisch eindrucksvoll – als außenpolitisches Prinzip unbrauchbar. Keine der großen Friedensverhandlungen der jüngeren Geschichte – nicht Vietnam, nicht Nordirland, nicht Bosnien, nicht Kolumbien – wurde geführt, nachdem die Waffen schwiegen. Sie wurden geführt, während geschossen wurde, und der Akt des Verhandelns selbst war der Weg zur Waffenruhe.
Das ist die Tautologie der Friedensverweigerung: Solange Russland kämpft, ist es nicht verhandlungsbereit. Sobald Russland nicht mehr kämpft, ist es geschlagen und braucht nicht zu verhandeln. Auf diese Weise gibt es nie einen Moment, in dem Diplomatie statthaft wäre. Genau das ist gewollt.
Wadephul selbst hat die Logik im selben Interview offengelegt: „Es ist doch wahrscheinlicher, dass es in der nächsten Zeit neue Sanktionen gegen Russland gibt, als dass Putin in Verhandlungen einlenkt.“ Das ist die Selbsterkenntnis eines Außenministers, der seine eigene Außenpolitik beschreibt: Sanktionen sind wahrscheinlicher als Diplomatie, weil sein Apparat keine Diplomatie betreibt. Ein Friedensangebot ist statistisch nicht zu erwarten, wenn man keines macht.
3. Die Demütigung als Selbstdiagnose
Kaja Kallas hat im April 2026 die zentrale Vokabel des europäischen Friedensversagens geprägt. Die EU solle sich nicht „demütigen“, indem sie Russland um Gespräche bitte.[12] Es ist schwer zu sagen, was an diesem Satz mehr beschämt: die Vorstellung, dass aktive Friedensdiplomatie eine Demütigung wäre – oder dass die Selbstwertgefühle einer Hohen Vertreterin wichtiger sind als das Leben der Menschen, die jeden Tag in Bachmut, Awdijiwka, Charkiw und Saporischschja sterben.
Der belgische Premierminister Bart De Wever hat dieser Haltung im Mai 2026 die einzig moralisch tragfähige Antwort gegeben: „Wir können diesen Krieg nicht jahrelang weitergehen lassen, mit all dem menschlichen Leid. Menschen werden für nichts abgeschlachtet.“[13] „Für nichts“ – weil die territoriale Frage seit zwei Jahren festgefroren ist, weil die menschlichen Kosten in keinem Verhältnis mehr zum verteidigten Quadratkilometer stehen.
Wer in dieser Lage von „Demütigung“ spricht, hat den Beruf verfehlt. Diplomatie ist immer eine Bitte. Wer das als Demütigung empfindet, sollte keine Außenpolitik betreiben.
4. Der eingebaute Widerspruch: ausgeschlossen sein wollen
Hier wird der Reflex der europäischen Eliten endgültig grotesk. Seit Monaten jammert Berlin und Brüssel öffentlich darüber, von den Verhandlungen zwischen Washington und Moskau ausgeschlossen zu sein. Adis Ahmetovic und Christos Katsioulis haben es im IPG-Journal vom 18. Mai 2026 auf den Punkt gebracht: Die Vorstellung, dass „die territoriale Zukunft der Ukraine und die europäische Sicherheitsarchitektur von Abgesandten Putins und zwei US-Immobilienmaklern aus Trumps Team verhandelt werden, ohne dass Europa mit am Tisch sitzt, ist widersinnig“.[14]
Sie haben Recht. Aber sie beschreiben ein Problem, das die europäischen Regierungen selbst geschaffen haben. Niemand hat Berlin oder Brüssel gezwungen, das diplomatische Feld den USA zu überlassen. Niemand hat Merz daran gehindert, einen eigenen Verhandlungskanal zu öffnen. Merz hat sogar ausdrücklich erklärt, Berlin werde „keine parallelen Kommunikationskanäle öffnen“.[15] Übersetzt: Wir wollen den Friedensprozess nicht eigenständig gestalten, aber wir wollen mitreden. Das ist die diplomatische Variante des Trotzkindes, das nicht mitspielen mag und sich beschwert, dass es nicht gewinnt.
Den schärfsten Beweis liefert die EU-Außenministerrunde Anfang Mai 2026 selbst. Der einzige Punkt, auf den man sich einigen konnte: Europa solle seinen eigenen Vermittler selbst wählen. Nicht der Inhalt eines Mandats, nicht eine gemeinsame Verhandlungsposition – nur die negative Abwehrhaltung gegen Schröder.[16] Selbst Selenskyj hat Europa in Armenien explizit aufgefordert, einen praktikablen diplomatischen Rahmen zu entwickeln. Wenn die Forderung nach europäischer Diplomatie ausgerechnet aus Kiew kommen muss, ist das ein Armutszeugnis von historischem Ausmaß.
5. Die Kriegspropaganda und ihre Risse
Während die Diplomatie ruht, läuft die Kriegsrhetorik auf Hochtouren. NATO-Generalsekretär Mark Rutte warnte im Dezember 2025 in Berlin, NATO-Mitglieder könnten „Russlands nächstes Ziel“ sein, und beschwor ein Kriegsausmaß, „das unsere Großeltern und Urgroßeltern erlebt haben“.[17] Emmanuel Macron nennt Russland eine „existentielle Bedrohung“. Keir Starmer sagte auf der MSC im Februar 2026, Russland könne bis Ende des Jahrzehnts militärische Gewalt gegen die NATO einsetzen – und ergänzte: Selbst ein Friedensabkommen werde Europas Risiko nicht beseitigen, sondern erhöhen.[18] Friedrich Merz erklärte in seiner Neujahrsansprache 2026: „Russlands Aggression war und ist Teil eines Plans, der gegen ganz Europa gerichtet ist.“[19] Generalinspekteur Carsten Breuer datiert den russischen NATO-Angriff auf das Jahr 2029.[20] Das WSJ fasste zusammen: Regierungschefs, Militärs und Sicherheitsbehörden warnten „fast wöchentlich“ vor einem Krieg mit Russland.[21]
Diese Drohkulisse legitimiert das Ignorieren jedes Friedenssignals. Wer von einer existenziellen Bedrohung in fünf Jahren ausgeht, braucht keine Diplomatie, sondern Aufrüstung. Doch das Bild hat Risse, und sie kommen aus den eigenen Reihen:
• Mark Rutte selbst sagte am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 öffentlich, er glaube nicht, dass Russland gegenwärtig einen Angriff auf das Bündnis wagen würde. Derselbe Mann, der in Berlin „Krieg in fünf Jahren“ beschwor.[22]
• Der estnische Auslandsnachrichtendienst Välisluureamet stellt im Mai 2026 offiziell fest, Russland plane in diesem und im kommenden Jahr keinen Angriff auf einen NATO-Staat.[23]
• Finnlands Präsident Alexander Stubb, Staatsoberhaupt eines NATO-Mitglieds an der Grenze zu Russland, erklärte auf der MSC: Er sehe „derzeit keine direkte Bedrohung“ und glaube nicht, dass Moskau Artikel 5 testen werde.[24]
Die zentrale These – Russland steht 2029 vor den Toren der NATO – ist also nicht einmal innerhalb der eigenen Apparate Konsens. Aber sie wird politisch so verkauft, weil sie die Verweigerung von Diplomatie rechtfertigt.
6. Die SPD-Bruchlinie: Pistorius gegen die eigene Außenpolitik
Es ist die wichtigste politische Tatsache des deutschen Mai 2026: Die schärfsten Kritiken an der Friedensverweigerung kommen aus der SPD selbst – also aus der Partei, deren Verteidigungsminister das Stichwort vom „Täuschungsmanöver“ lieferte.
Am 10. Mai, dem Tag nach Putins Schröder-Eröffnung und dem Tag, an dem Regierungskreise das Angebot als „Scheinangebot“ abtaten, sagte Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Spiegel: „Jedes Angebot muss ernsthaft geprüft werden, wie verlässlich es ist. Wir können nicht akzeptieren, dass allein die USA und Russland über die Zukunft der Ukraine und der europäischen Sicherheit entscheiden. Unser Ziel muss es sein, mit am Verhandlungstisch zu sitzen.“ Wenn Schröders Beteiligung dafür eine Bedingung sei, dürfe das „nicht sofort kategorisch ausgeschlossen werden“.[25]
Ralf Stegner, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, ergänzte am selben Tag: „Ich begrüße jede Initiative, die den Krieg beenden könnte. Wenn das über jemanden wie Schröder gelingen würde, wäre es fahrlässig, das auszuschlagen.“
Acht Tage später legten Ahmetovic und der FES-Wien-Leiter Christos Katsioulis im IPG-Journal die wohl klügste Synthese vor: Europa müsse gemeinsam mit Großbritannien, der Türkei und Kanada einen Sondergesandten benennen, der nicht nur europäische Interessen in den US-Verhandlungen vertritt, sondern auch den direkten Dialog mit Moskau sucht.
Halten wir den Kontrast fest:
– Pistorius (SPD-Verteidigungsminister), 11. Mai in Kiew: „Mögliches Täuschungsmanöver.“
– Ahmetovic (SPD-außenpolitischer Sprecher), 10. Mai im Spiegel: „Jedes Angebot muss ernsthaft geprüft werden.“
– Stegner (stellv. SPD-Fraktionsvorsitzender), 10. Mai im Spiegel: „Wäre fahrlässig, das auszuschlagen.“
Die gleiche Partei. Drei Tage. Drei Gegenpositionen. Pistorius bedient die CDU-geprägte Sicherheitsdoktrin – Moskauer Kommentatoren nennen ihn nicht ohne Grund einen „Einflussagenten der CDU in der SPD“, der zeige, „wie weit sich die SPD von der Entspannungspolitik Willy Brandts entfernt hat“.[26] Die außenpolitischen Sprecher derselben Partei stellen die historisch sozialdemokratische Frage: Wozu soll dieser Krieg noch dienen, wenn man nicht einmal versucht, Gesprächskanäle zu testen?
Die Bruchlinie verläuft mitten durch die Regierungspartei. Sie offenzulegen ist die wichtigste innenpolitische Aufgabe der kommenden Wochen.
7. Was eine Regierung tun müsste, die wirklich Frieden will
Eine Regierung, die nicht nur über Frieden redet, sondern Frieden auch will, würde an dieser Stelle Folgendes tun.
Erstens: Sie würde einen europäischen Sondergesandten benennen – wie es Ahmetovic und Katsioulis fordern. Nicht morgen, nicht nach der nächsten Verhandlungsrunde, sondern in den kommenden Wochen. Sie würde ihm ein klares Mandat geben: nicht nur europäische Interessen in den US-Verhandlungen vertreten, sondern direkt mit Moskau sprechen.
Zweitens: Sie würde Putins Signale testen, statt sie zu verwerfen. Das Schröder-Angebot war vielleicht taktisch motiviert – der Beweis dafür liegt aber in seiner Erprobung, nicht in seiner Zurückweisung. Wer ein Friedenssignal verbrennt, ohne es geprüft zu haben, kann hinterher nicht behaupten, der andere wolle keinen Frieden.
Drittens: Sie würde aufhören, das Drohbild eines unmittelbar bevorstehenden NATO-Krieges aufrechtzuerhalten, dem die eigenen Geheimdienste widersprechen. Sicherheitspolitik braucht klare Schwellen: Aufrüstung gegen reale Bedrohungen ja – aber nicht als Ersatz für eine Friedensstrategie.
Viertens: Sie würde Sanktionen als das benennen, was sie sind – ein Mittel, kein Selbstzweck – und ihre Lockerung als möglichen Bestandteil einer Friedensformel offen diskutieren. Bislang ist das Sanktionsregime in Brüssel ein Tabu, das nicht einmal als Verhandlungshebel gedacht werden darf.
Fünftens: Sie würde den Bürgern in Deutschland und Europa die Wahrheit sagen – dass jeder Krieg in irgendeiner Form mit Verhandlungen endet, dass keine Konfliktpartei je zu hundert Prozent ihre Ziele durchsetzt, dass ein gerechter Frieden möglich ist, aber nur, wenn man ihn aktiv anstrebt.
8. Das Lügen muss enden
Es geht hier nicht um Symmetrie. Russland hat einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg geführt, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Aber von dieser Tatsache lässt sich keine Politik ableiten, die jede diplomatische Initiative kategorisch ausschließt. Wer das tut, hat aus der Aggression eine Begründung des Endlosen gemacht.
Jeden Tag wird in Deutschland und Europa der Kriegsdruck als legitim gefeiert. Jeden Tag wird die Drohkulisse erweitert, das Verteidigungsbudget erhöht, der nächste Sanktionsschritt vorbereitet. Aber jeden Tag stirbt auch eine messbare Zahl von Menschen, ohne dass jemand in Berlin oder Brüssel ernsthaft fragt, ob das Sterben in dieser Woche noch nötig war. Es muss jetzt Friedensdruck gebildet werden. Druck auf Merz, dass er endlich einen eigenen diplomatischen Prozess organisiert. Druck auf Wadephul, dass er seinen eigenen Lehrsatz „Es darf nie ein Ende der Verhandlungen geben“[27] zur politischen Praxis erhebt. Druck auf Kallas, dass sie Demütigung nicht mit Diplomatie verwechselt. Druck auf von der Leyen, eine europäische Friedensformel auf den Tisch zu legen, statt die zehnte Verteidigungsinitiative. Druck auf Macron, Starmer und Pistorius, dass sie die Sprache der Eskalation gegen die Sprache des Verhandelns eintauschen.
Es geht um die elementare Frage: Ist es das Ziel europäischer Außenpolitik, diesen Krieg zu beenden – oder ist es ihr Ziel, ihn zu führen? Solange jedes Signal aus Moskau reflexhaft als „Trick“ abgetan wird, solange wir den eigenen Ausschluss aus den Verhandlungen beklagen, ohne eigene Verhandlungen zu organisieren, lautet die Antwort: Sie wollen ihn führen. Und damit den Tod fortsetzen.
Quellenverzeichnis
Putin-/Schröder-Vorschlag (Mai 2026)
• Tagesspiegel, „Putin wünscht sich Schröder als Friedensvermittler“, 10.05.2026: https://www.tagesspiegel.de/politik/putin-wunscht-sich-schroder-als-friedensvermittler-uneinigkeit-in-der-spd--bundesregierung-spricht-von-scheinangebot-15579232.html
• t-online, „Putin will Schröder als Vermittler – Stegner dafür“, 10.05.2026: https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101239258/news-zum-ukraine-krieg-putin-will-schroeder-als-vermittler-stegner-dafuer.html
• Euronews, „Putin: Krieg in der Ukraine geht seinem Ende entgegen“, 10.05.2026: https://de.euronews.com/2026/05/10/putin-krieg-in-der-ukraine-geht-seinem-ende-entgegen
• ZDFheute, „Schröder – ein Mann Putins“, 10.05.2026: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/gerhard-schroeder-vermittler-putin-ukraine-krieg-russland-100.html
• Berliner Zeitung, „Merz äußert sich erneut zu Putins Vorschlag“, 14.05.2026: https://www.berliner-zeitung.de/article/gerhard-schroeder-als-vermittler-merz-aeussert-sich-erneut-zu-putins-vorschlag-10036300
SPD-Stimmen (Ahmetovic, Stegner, IPG)
• t-online, Ahmetovic- und Stegner-Zitate aus dem Spiegel, 10.05.2026: https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101239258/news-zum-ukraine-krieg-putin-will-schroeder-als-vermittler-stegner-dafuer.html
• IPG-Journal, Ahmetovic / Katsioulis, „Endlich am Tisch sitzen“, 18.05.2026: https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/endlich-am-tisch-sitzen-9058/
Pistorius / Bundeswehr
• t-online, „Pistorius zu Gesprächen in der Ukraine eingetroffen“, 11.05.2026: https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101239258/news-zum-ukraine-krieg-pistorius-zu-gespraechen-in-der-ukraine-eingetroffen.html
• Der Freitag, „Der Kreml sieht Deutschland und Russland wie zwei Expresszüge auf Kollisionskurs“, Mai 2026: https://www.freitag.de/autoren/gerd-meissner/fuer-russland-ist-deutschland-gemessen-am-zweiten-weltkrieg-rueckfallgefaehrdet
Wadephul-Statements
• Auswärtiges Amt, Interview mit dem Welt am Sonntag, 25.01.2026: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2753520-2753520
• Auswärtiges Amt, Interview mit dem RND, 2025: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/interview-wadephul-spiegel-2727316
• Auswärtiges Amt, Bundestagsrede zum Haushalt 2026, 24.09.2025: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2736382-2736382
• Euronews, „Wadephul kritisiert Russlands stures Beharren“, 26.01.2026: https://de.euronews.com/2026/01/26/wadephul-russland-ukraine
Kallas-Statements
• Reuters, „EU‘s Kallas says Russia not truly interested in peace“, 13.05.2025: https://www.reuters.com/world/europe/eus-kallas-says-russia-not-truly-interested-peace-ukraine-2025-05-13/
• European Pravda, „Kallas: Russia should be forced into negotiations“, 30.04.2026: https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/04/30/8032539/
• Euronews, „EU shouldn‘t humiliate itself by seeking talks with Russia“, 30.04.2026: https://de.euronews.com/my-europe/2026/04/30/eu-shouldnt-humiliate-itself-by-seeking-direct-talks-with-russia-warns-kallas
• Euronews, „We need to make up our mind – EU still split over direct talks with Russia“, 11.05.2026: https://www.euronews.com/my-europe/2026/05/11/we-need-to-make-up-our-mind-eu-still-split-over-direct-talks-with-russia
• EEAS, „Foreign Affairs Council Press Conference“, 10.05.2026: https://www.eeas.europa.eu/eeas/foreign-affairs-council-press-conference-high-representative-kaja-kallas-4_en
Merz / Bundesregierung
• Reuters, „Germany‘s Merz says EU willing to talk to Russia, but will not hold parallel talks“, 06.02.2026: https://www.reuters.com/world/germanys-merz-says-eu-willing-talk-russia-will-not-hold-parallel-talks-2026-02-06/
• Arise, Merz-Neujahrsansprache 2026: https://www.arise.tv/merz-urges-europe-to-assert-itself-against-russia-protectionism-in-2026/
NATO / Rutte / Macron / Starmer
• BBC, „We must prepare for war with Russia, says NATO chief“, 11.12.2025: https://www.bbc.com/news/articles/cn81x8py3j5o
• BBC, „Europe must be ready to fight, PM tells Munich“, 14.02.2026: https://www.bbc.com/news/articles/cp853p5g9meo
• Tagesspiegel-Liveblog, Rutte-Aussage zur Bedrohungslage, 13.02.2026: https://www.tagesspiegel.de/internationales/liveblog/
• Wall Street Journal, „After a Generation of Peace, Europe Tells Its People to Prepare for War“, 15.12.2025: https://www.wsj.com/world/europe/after-a-generation-of-peace-europe-tells-its-people-to-prepare-for-war-ba2a1a88
Russische Friedenssignale
• NBB Government, „Russlands Vorschlag eines Nichtangriffspakts“, 03.11.2025: https://nbb-government.de/2025/11/03/russlands-vorschlag-eines-nichtangriffspakts-chancen-und-offene-fragen/
• Blick, „Putin macht Europa überraschendes Angebot“, November 2025: https://www.blick.ch/ausland/die-wahrheit-ist-putin-macht-europa-ueberraschendes-angebot-id21464048.html
• Deutschlandfunk, „Putin wirft Europa Sabotage von Friedensbemühungen vor“, 01.12.2025: https://www.deutschlandfunk.de/putin-wirft-europa-sabotage-von-friedensbemuehungen-vor-100.html
• Euronews, „Neue Friedensgespräche? Ukrainischer Unterhändler in den USA“, 07.05.2026: https://de.euronews.com/my-europe/2026/05/07/friedensgesprache-ukraine-russland-usa
Gegenstimmen zur Bedrohungsthese
Pravda Ukraine, „Germany says Russia could be ready to attack NATO by 2029“ – mit estnischem Geheimdienst, 15.05.2026: https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/05/15/8034766/
[1]Tagesspiegel, „Putin wünscht sich Schröder als Friedensvermittler“, 10.05.2026: https://www.tagesspiegel.de/politik/putin-wunscht-sich-schroder-als-friedensvermittler-uneinigkeit-in-der-spd--bundesregierung-spricht-von-scheinangebot-15579232.html
[2]t-online, „Putin will Schröder als Vermittler – Stegner dafür“, 10.05.2026: https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101239258/news-zum-ukraine-krieg-putin-will-schroeder-als-vermittler-stegner-dafuer.html
[3]Euronews, „Putin: Krieg in der Ukraine geht seinem Ende entgegen“, 10.05.2026: https://de.euronews.com/2026/05/10/putin-krieg-in-der-ukraine-geht-seinem-ende-entgegen
[4]t-online, „Pistorius zu Gesprächen in der Ukraine eingetroffen“, 11.05.2026: https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101239258/news-zum-ukraine-krieg-pistorius-zu-gespraechen-in-der-ukraine-eingetroffen.html
[5]Berliner Zeitung, „Schröder als Vermittler – Merz äußert sich erneut zu Putins Vorschlag“, 14.05.2026: https://www.berliner-zeitung.de/article/gerhard-schroeder-als-vermittler-merz-aeussert-sich-erneut-zu-putins-vorschlag-10036300
[6]Auswärtiges Amt, Interview Wadephul mit dem RND, 2025: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/interview-wadephul-spiegel-2727316
[7]Reuters, „EU‘s Kallas says Russia not truly interested in peace in Ukraine“, 13.05.2025: https://www.reuters.com/world/europe/eus-kallas-says-russia-not-truly-interested-peace-ukraine-2025-05-13/
[8]Blick, „Putin macht Europa überraschendes Angebot“, November 2025: https://www.blick.ch/ausland/die-wahrheit-ist-putin-macht-europa-ueberraschendes-angebot-id21464048.html
[9]NBB Government, „Russlands Vorschlag eines Nichtangriffspakts“, 03.11.2025: https://nbb-government.de/2025/11/03/russlands-vorschlag-eines-nichtangriffspakts-chancen-und-offene-fragen/
[10]Deutschlandfunk, „Putin wirft Europa Sabotage von Friedensbemühungen vor“, 01.12.2025: https://www.deutschlandfunk.de/putin-wirft-europa-sabotage-von-friedensbemuehungen-vor-100.html
[11]Euronews, „Neue Friedensgespräche? Ukrainischer Unterhändler in den USA“, 07.05.2026: https://de.euronews.com/my-europe/2026/05/07/friedensgesprache-ukraine-russland-usa
[12]Euronews, „EU shouldn‘t humiliate itself by seeking direct talks with Russia, warns Kallas“, 30.04.2026: https://de.euronews.com/my-europe/2026/04/30/eu-shouldnt-humiliate-itself-by-seeking-direct-talks-with-russia-warns-kallas
[13]Euronews, „EU shouldn‘t humiliate itself…“ – darin auch das De-Wever-Zitat, 30.04.2026: https://de.euronews.com/my-europe/2026/04/30/eu-shouldnt-humiliate-itself-by-seeking-direct-talks-with-russia-warns-kallas
[14]IPG-Journal, Adis Ahmetovic / Christos Katsioulis, „Endlich am Tisch sitzen“, 18.05.2026: https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/endlich-am-tisch-sitzen-9058/
[15]Reuters, „Germany‘s Merz says EU willing to talk to Russia, but will not hold parallel talks“, 06.02.2026: https://www.reuters.com/world/germanys-merz-says-eu-willing-talk-russia-will-not-hold-parallel-talks-2026-02-06/
[16]Euronews, „We need to make up our mind – EU still split over direct talks with Russia“, 11.05.2026: https://www.euronews.com/my-europe/2026/05/11/we-need-to-make-up-our-mind-eu-still-split-over-direct-talks-with-russia
[17]BBC, „We must prepare for war with Russia, says NATO chief“, 11.12.2025: https://www.bbc.com/news/articles/cn81x8py3j5o
[18]BBC, „Europe must be ready to fight, PM tells Munich“, 14.02.2026: https://www.bbc.com/news/articles/cp853p5g9meo
[19]Arise, Merz-Neujahrsansprache 2026: https://www.arise.tv/merz-urges-europe-to-assert-itself-against-russia-protectionism-in-2026/
[20]Pravda Ukraine, „Germany says Russia could be ready to attack NATO by 2029“, 15.05.2026: https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/05/15/8034766/
[21]Wall Street Journal, „After a Generation of Peace, Europe Tells Its People to Prepare for War“, 15.12.2025: https://www.wsj.com/world/europe/after-a-generation-of-peace-europe-tells-its-people-to-prepare-for-war-ba2a1a88
[22]Tagesspiegel-Liveblog mit Rutte-Aussage zur Bedrohungslage, 13.02.2026: https://www.tagesspiegel.de/internationales/liveblog/
[23]Pravda Ukraine, estnischer Auslandsnachrichtendienst, 15.05.2026: https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/05/15/8034766/
[24]BBC, MSC-Bericht mit Stubb-Statement, 14.02.2026: https://www.bbc.com/news/articles/cp853p5g9meo
[25]t-online, Ahmetovic- und Stegner-Zitate aus dem Spiegel, 10.05.2026: https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101239258/news-zum-ukraine-krieg-putin-will-schroeder-als-vermittler-stegner-dafuer.html
[26]Der Freitag, „Der Kreml sieht Deutschland und Russland wie zwei Expresszüge auf Kollisionskurs“, Mai 2026: https://www.freitag.de/autoren/gerd-meissner/fuer-russland-ist-deutschland-gemessen-am-zweiten-weltkrieg-rueckfallgefaehrdet
[27]Auswärtiges Amt, Rede von Außenminister Wadephul in der Debatte des Bundestages zum Haushalt 2026, 24.09.2025: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2736382-2736382


