Frieden?
von Hajo Funke
Es gibt Verhandlungen um eine Deeskalation im Irankrieg! Zum erneuten Versagen vieler Medien
Erst gestern während der Friedensdemonstration in Berlin am Mauerpark erfuhr ich, wie ernsthaft die Bestrebungen in der Region sind, eine weitere Eskalation im Iran Krieg zu stoppen. Inzwischen ist es nicht nur China, Pakistan und die Türkei, sondern auch Frankreich, die aktiv in Verhandlungen bemüht sind zu deeskalieren. Dies trotz oder wegen einer geradezu irrwitzigen Eskalation, wie sie Trump androht und wie sie eins zu eins von einem Teil der Medien abgebildet wird. Da wird inzwischen gesagt, es gebe gar keine Alternativen außer der Eskalation, womöglich nicht durch Bodentruppen, aber durch eine exzessive Bombardierung der iranischen Infrastruktur, des Energiesystems und damit zum Schaden der iranischen Zivilbevölkerung. Diese Alternativlosigkeit ist eine unzulässige und unseriöse Verengung und Vereinseitigung![1]
Die Bewegung hat sich verjüngt. Schritte der Erneuerung und Pragmatik in der über 60 Jahre langen Ostermarschtradition
Das überraschend kluge der Ostermarschbewegung in diesem Jahr ist, genau hier den Finger in die Wunde zu legen, für Völkerrecht statt Faustrecht wie in München und für Deeskalation und Verhandlungen zu demonstrieren, gewiss für alles andere und in der langen Tradition immer auch für radikalpazifistische Positionen, aber das politische dieser Ostermarschbewegung ist, sich auf die Deeskalation der Kriege zu konzentrieren, im Iran, in der Ukraine, im Südlibanon und in Gaza.[2]
Diesmal und so das erste Mal waren es in Berlin wie laut Berichten in Mannheim, München oder Gronau viele junge, Schülerinnen und Schüler, die dieses Forum für ihre Interessen auch in Fragen der Wehrpflicht genutzt und sich gezeigt haben. Ein erster Schritt eines Generationenwechsels. Ebenso aus den Gewerkschaften, der GEW, der IG Metall, von Verdi, so in Berlin. Wenige aus der SPD, den Kirchen und den Grünen und es sind mehr, in Mannheim 30 % mehr als das letzte Jahr, in Berlin an die 6000 und damit mehr und lebendiger als im vorigen Jahr, auch die Zahl der Demonstrationen bundesweit liegt bei über 120.
Wer fährt ins Weiße Haus?
Mit großer Entschiedenheit treten auch religiöse Organisationen für Frieden ein, an diesem Ostersonntag auch der Papst der katholischen Kirche, der schon am Karfreitag sich vehement direkt an seinen Landsmann, Donald Trump gewandt und für Waffenstillstand plädiert hat.https://www.tagesschau.de/ausland/europa/osternachtfeier-petersdom-ausblick-ostermesse-100.html
Beeindruckend das ausführliche Interview von Gesine Schwan „Verständigungsfähigkeit ist ein Zeichen von Bildung“ in der Frankfurter Rundschau zur auch religiös begründeten Zuversicht trotz einer depressiven Weltlage.https://www.fr.de/politik/gesine-schwan-im-interview-verstaendigungsfaehigkeit-ist-ein-zeichen-von-bildung-94248837.html
Die nächsten Stunden und Tage werden zeigen, ob es weiter in Richtung Weltkrieg und Zerstörung geht oder wir noch eine Wende zu Deeskalation und weniger Leid erleben werden.
Die Ostermarschbewegung dieser Tage auch an diesem Sonntag und Montag können den Druck auf die deutsche und die europäischen Regierung(en) verstärken, das ihre zur Deeskalation zu tun.
Seinerzeit hat Egon Bahr im Auftrag von Willy Brandt es vorgemacht: er fuhr einfach hin, damals nach Moskau und wer heute ins Weiße Haus?


