Der Kreis bringt die Thesen in die Debatte um ein neues Grundsatzprogramm der SPD ein und stellt sie zugleich zur öffentlichen Diskussion
Der Erhard-Eppler-Kreis (EEK), ein Arbeitskreis zu Fragen von Frieden und Zukunft, hat zehn Thesen zur Künstlichen Intelligenz (KI) erarbeitet und als Diskussionsanstoß in die Debatte um das neue Grundsatzprogramm der SPD eingebracht. Weil sich die Veränderungen in der Geopolitik, in Krieg und Waffensystemen, in der Arbeit, in der Verteilung des Reichtums, in der Gesundheit bis hin zur möglichen Verschmelzung von Mensch und Maschine immer mehr abzeichnen, wartet der Kreis nicht ab, bis die Programmarbeit abgeschlossen ist, und stellt die Thesen schon jetzt zur öffentlichen Diskussion.
Ein Grundsatzprogramm soll die Politik einer Partei über viele Jahre leiten. Was KI in diesem Zeitraum verändern wird, hat nach Einschätzung des EEK kein historisches Vorbild, und die Folgen sind schon heute weltweit zu spüren. Es reiche deshalb nicht aus, das Thema allein in Kommissionen und Fachgremien zu beraten. Die Öffentlichkeit müsse die Fragen und die Sicherheitsrisiken, die mit der KI verbunden sind, kennen, bevor Entwicklungen eingetreten sind, die sich kaum zurücknehmen lassen.
Inhaltlich ziehen die Thesen klare Linien:
KI darf nicht Entscheidungen über Leben und Tod treffen, also Teil der Befehlsstrukturen von Waffensystemen und erst recht nicht der nuklearen Befehlskette werden.
Ja zu KI in der Medizin, nein zur Verschmelzung von Mensch und Maschine, wie sie etwa das Unternehmen Neuralink anstrebt.
Nein zur Macht der Tech-Feudalherren (oder Tech-Oligarchen) aus den USA: Über die Schlüsseltechnologie dieses Jahrhunderts dürfen nicht wenige Konzerne und Milliardäre entscheiden, von deren Rechenzentren und Daten Staaten und Bürger zunehmend abhängen, sondern demokratisch legitimierte Institutionen.
Nein zu einem Wettlauf um eine Superintelligenz, den die Trump-Regierung befeuert.
Weil im Wettlauf um die mächtigsten Systeme niemand gewinnen kann, gilt auch hier die Politik der gemeinsamen Sicherheit: internationale Regeln, gemeinsame Sicherheitsforschung, Krisenkommunikation zwischen den Großmächten und der faire Zugang des Globalen Südens zur Technologie.
Für Fragen steht der Erhard-Eppler-Kreis unter info@erhard-eppler-kreis.de gern zur Verfügung.
Über den Erhard-Eppler-Kreis „Frieden 2.0“
Der Erhard-Eppler-Kreis „Frieden 2.0“ ist ein politischer Arbeitskreis, den Erhard Eppler noch kurz vor seinem Tod ins Leben gerufen hat. Er entstand aus Sorge über die Gefahren, die durch die Aufkündigung des INF-Vertrags durch die USA im Jahr 2019 entstanden sind. Der Kreis führt das Erbe von Erhard Eppler fort, organisiert Veranstaltungen, arbeitet mit Institutionen zusammen und fördert den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern mit dem Ziel, die Mechanismen des Friedens verständlich zu machen. Den Vorsitz haben Dr. h.c. Gernot Erler, Staatsminister a.D., und Dr. Ralf Stegner MdB.
Erhard Eppler (1926–2019) war ein deutscher SPD-Politiker, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (1968–1974), Bundestagsabgeordneter (1961–1976), Landtagsabgeordneter in BadenWürttemberg (1976–1982) und eine bedeutende Persönlichkeit der Friedensbewegung der 1980er Jahre, zudem engagiert im Umfeld der evangelischen Kirche. Am 9. Dezember 2026 wäre er hundert Jahre alt geworden.


